Läuft und läuft und läuft…
Gemeint ist hier nicht das Kult-Auto VW Käfer, sondern die tausenden Tonnen Rohöl, die nach wie vor jeden Tag aus der offenen Quelle im Golf von Mexiko austreten und den Lebensraum praktisch jeden Tieres in der Region auf Jahre verpesten und die Einkommensgrundlage unzähliger Fischer und anderer Industriezweige, wie beispielsweise dem Tourismus, zerstören.
Still ist es geworden um die Explosion der Deepwater Horizon. In den Medien steht das Thema schon längst nicht mehr an vorderster Stelle, gibt ja schließlich eh nichts Neues darüber zu berichten (und außerdem). BPs Versuche, das Disaster in den Griff zu bekommen, scheiterten kläglich und aktuell scheint eher Resignation angesagt zu sein.
Komplette Golfküste der USA betroffen
Unterdessen ist nun auch Texas` Golfküste der schwarzen Pest zum Opfer gefallen. Eine Besserung der Lage? Nicht in Sicht! Russische Wissenschaftler, die an Ort und Stelle die Ausmaße der größten Umweltkatastrophe aller Zeiten begutachten konnten, berichten nun sogar von weiteren Lecks, Löchern im Meeresboden, aus denen das Öl direkt aus der Quelle austritt.
In England macht man sich mittlerweile vor allem Sorgen, um die Gesundheit des größten britischen Unternehmens, das durch die hohen Entschädigungskosten in den finanziellen Ruin getrieben werden und dabei die Pensionen etlicher englischer Anleger verschlucken könnte.
Mächtiger Badabumm
Mehr und mehr Experten stehen einer atomaren Lösung des Problems nicht gänzlich abgeneigt gegenüber. Richtig gelesen, die Explosion einer Kernwaffe könnte die Quelle schließen und somit (noch) Schlimmeres verhindern. Das ist übrigens gar nicht so verrückt, wie es klingt: in Russland hat man mit dieser Methode bereits Erfahrungen sammeln können. Schon fünf Mal wurden nukleare Sprengungen zu diesem Zweck friedlich eingesetzt, in vier der Fälle erfolgreich!
Die amerikanische Regierung und BP scheinen allerdings, noch keine Nukes in Betracht zu ziehen. Für BP wäre die Lagerstätte nach einer solchen Sprengung mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr nutzbar, aktuell kann der Konzern wenigstens einen Bruchteil des ausgetretenen Rohstoffs auffangen und vom Wasser trennen.
Vor diesem Hintergrund ist die nachlassende Aufmerksamkeit der Massenmedien sehr schade, eine massive Präsenz des Themas würde den Druck auf BP, deren Aktien seit der Havarie der Bohrplattform um 50 Prozent an Wert verloren haben, und auch auf Barack Obama, für den Vielen seine Erfolglosigkeit im Umgang mit der Situation vergleichbar mit der Unfähigkeit der Bush-Administration nach Hurricane Katrina ist, erhöhen.
Self-fulfilling Prophecy
Makaber mutet ein wieder aufgefundenes BP Brettspiel an, das der Konzern in den 70er Jahren herausbrachte. Ziel des Spiels ist es, 120 Millionen Pfund mit der Förderung des schwarzen Goldes zu verdienen. Mögliches Risiko, das den Spielern den Erfolg verderben konnte: eine Öl-Pest. So günstig, wie in dem Spiel, kommt British Petrol allerdings mit der realen Katastrophe nicht davon, die Reinigungskosten für das negative Spielereignis betragen nämlich bloß läppische eine Million Pfund. BP hat hingegen schon jetzt rund 3,1 Milliarden! Dollar berappen müssen.
Und das Öl läuft und läuft und läuft….